NAZIJAHRE, ABSTIEGE UND WIEDERAUFSTIEG (1933 - 1945)


Im Jahr 1933 feierte der Klub seine Gründung zum 25. Mal. Aus diesem Anlass fand an einem Samstag gegen Ende des Monats April in der Schützenhalle ein Fest- und Ehrenabend statt. Hier konnte der Vorsitzende Herr Wirth die zu dieser Veranstaltung eingeladenen Vereinsgründer, die Vertreter der Gemeindeverwaltung Weisweiler, eine Anzahl Orts- und Nachbarvereine sowie weitere Ehrengäste begrüßen. Bürgermeister Haak übermittelte die besten Glückwünsche der Gemeinde. Dass die Sportbegeisterung auch in Weisweiler Einzug gehalten habe, verdanke die Gemeinde der ruhigen Tätigkeit des Vereins, der sehr achtbare Arbeit leiste. Auf diese Worte des Bürgermeisters konnte jedes Vereinsmitglied stolz sein. Für den Westdeutschen Spielverband äußerte der Geschäftsführer des Gauvorstandes, Herr Bergemann, herzliche Glückwünsche und gab einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Anlässlich des silbernen Jubelfestes wurde vom 30. April bis 7. Mai eine Sportwoche organisiert und darin ein Pokalwettbewerb ausgetragen. Der Verein selbst trug im Laufe der Woche mit drei Seniorenmannschaften und den „Alten Herren“ sechs Freundschaftsspiele gegen verschiedene Nachbarvereine aus. Am 7. Mai stieg das Pokalendspiel Langerwehe gegen Nothberg, bei dem sich Nothberg nach einem hochdramatischen Aufeinandertreffen mit 3:1 durchsetzte. Den Pokal erhielt der SV Nothberg im Rahmen eines Festballs in der Schützenhalle am Rande dieses Sonntages. Insgesamt konnte der Verein sein Jubiläum in fußballerischer und gesellschaftlicher Hinsicht in schöner Weise zelebrieren. Der äußerst positive Verlauf bot Ansporn zu weiteren Taten, zumal die Weisweiler Mannschaften das Jahr auch sportlich überzeugend gestalteten. Als Vertreter des Westdeutschen Spielverbandes überreichte Herr Bergemann der 2. und 3. Mannschaft bei deren Kameradschaftsabend die Diplome der 1932/33 errungenen Gruppenmeisterschaften. Die 1. Mannschaft wurde in der Tabelle Dritter.

Auf der Jahreshauptversammlung 1934 legte Jean Krieger sein Amt als 1. Vorsitzender nieder und Nikolaus Contzen wurde als Nachfolger gewählt. Krieger, der seit der Gründung 1908 in diversen Vereinspositionen tätig war, erhielt die Bezeichnung Ehrenvorsitzender und sollte das Geschehen auch weiterhin begleiten. Über Pfingsten unternahm die 1. Mannschaft eine Tour ins Bergische Land. Bei dieser Gelegenheit trug die Elf ein schönes Freundschaftsspiel gegen den SV Solingen-Höhscheid aus (Ergebnis 2:2) und feierte anschließend zusammen mit den Gastgebern in deren Vereisheim.

Bezüglich der Austragung von Freundschafts- und Meisterschaftsspielen war das Jahr 1935 ein Rekordjahr. Allein für die 1. Mannschaft schloss man 45 Spiele ab. Die Gruppe nahm an vier Sportwochen teil und konnte bei den Turnieren in Bohl, Lamersdorf und Heistern als Pokalsieger hervorgehen. Im Nachhinein betrachtet waren jedoch bestimmt auch die zur damaligen Zeit übermäßig vielen Begegnungen ein Grund für die schwächere Meisterschaftsserie und den Abstieg 1934/35. Wegen einer Ligenreform führte der Abstieg den Klub direkt von der 2. Bezirksklasse in die 2. Kreisklasse. Nach einer kurzen Vereinskrise übernahm zu einer Art Neubeginn 1936 Franz Bongartz den Posten des „Vereinsführers“, wie die 1. Vorsitzenden unter dem nationalsozialistischem Regime heißen mussten. Bei seinem Vorhaben, den Verein wieder in höhere Regionen zu bringen, sollte ihn als erfahrener Trainer Herr Franken unterstützen, der zuvor bei Rhenania Würselen arbeitete. Unter seiner Leitung wurden Trainingsstunden für die teil nehmenden Spieler so lehrreich, dass sie manche Erfahrungen für die bevor stehenden Aufgaben sammelten.

Meistermannschaft 1937/38
Meistermannschaft 1937/38

Es stellte sich ein erfreulicher Aufschwung ein, der 1937/38 die Meisterschaft und den Aufstieg in die 1. Kreisklasse folgen ließ. Die Mannschaft gewann von 16 Spielen 13 (Torverhältnis 61:13). Ebenso wurde das dreißigjährige Vereinsjubiläum in diesem Jubeljahr mit einem Fest- und Ehrenabend in der Schützenhalle gefeiert, bei dem viele verdienstvolle Mitglieder in würdiger Weise geehrt wurden.

Als 1939 der 2. Weltkrieg begann, waren einige Sportkameraden dazu verpflichtet, den Sportdress mit dem feldgrauen Rock zu tauschen. Jedoch hielt man den Spielbetrieb noch aufrecht, bis 1942 lediglich noch einzelne Spiele mit Militärmannschaften ausgetragen wurden. Danach hatte der Kampf um Hab und Gut endgültig den um das runde Leder abgelöst.